KEINE dienstlichen Anrufe nach Feierabend!

Berlin 12.06.2012 | Die Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) ermahnt Unternehmen und fordert eine deutlich Trennung von Arbeit und Freizeit – beispielsweise einen Schutz vor dienstlichen Handyanrufen nach Feierabend.

A.R.T. Leadership - Keine dienstlichen Anrufe nach Feierabend

„Es muss klare Regeln innerhalb eines Betriebes geben, was Handykultur und Mailverkehr angeht. Diese Regeln müssen vom Arbeitgeber gesetzt, aber auch von den Beschäftigten gelebt werden“, sagt Frau von der Leyen. So wie es Arbeitsschutzmaßnahmen wie Bauhelme gebe, müsse es auch psychischen Schutz geben: „In der Freizeit sollte Funkstille herrschen.“ Derzeit sind 88 Prozent der Berufstätigen nach einer Bitkom-Umfrage auch außerhalb ihrer Arbeitszeit per Handy oder E-Mail erreichbar. (dpa)

ANSTELLE VON NEUEN REGELN BRAUCHT ES FÜHRUNGSPERSÖNLICHKEIT!

Regeln sind durchaus wichtig um die Dinge in der richtigen Art und Weise im Fluss zu halten. Doch es sollten wenige, dafür aber grundsätzliche Regeln sein. An dieser Stelle allerdings ist keine Reglementierung notwendig. Vielmehr sind es die Führungskräfte, die gefordert sind, verantwortungsbewusst mit den ihnen unterstellten Mitarbeitern umzugehen.

Denn Führungskräfte haben keine beliebige Verfügungsgewalt sondern eine Verantwortung und diese betrifft nicht nur den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens, sondern auch die Erhaltung der Motivation und Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter – den eigentlichen Garanten dieses Erfolgs!

WARUM DIESE STÖRKULTUR?

„Kontrolle ist das Vertrauen der Schwachen!“
(Richard Vizethum)

Gerne nutzt man die „wachsende“ Globalisierung und die damit in Verbindung gebrachte stärkere Dynamisierung der Rahmenbedingungen als Rechtfertigungsgrund, um auf Mitarbeiter zu jeder Zeit und an jedem Ort zugreifen zu „dürfen“. Doch die eigentlichen Gründe finden sich viel häufiger in den jeweiligen Persönlichkeitsstrukturen von Menschen. Sinnfreier Aktionismus – aus Konzeptlosigkeit heraus – gerne als „dynamisches Handeln“ schöngeredet, ist ebenso Grund wie Kontrollzwang und die Befriedigung von persönlichen Eitelkeiten. Nur die allerwenigsten „Störungen“ – außerhalb der Arbeitszeiten – wären zwingend notwendig.

Der wirtschaftliche Schaden für Unternehmen und die Gesellschaft aber, der aus „unberechtigten“ Störungen resultiert – durch Demotivation, Leistungsverweigerung, physische und psychische Erkrankungen … – ist nicht unerheblich.

SCHONE DIE RESSOURCEN DEINER UNTERGEBENEN, WANN UND WO IMMER ES GEHT!“

Dieser Satz begleitete mich durch meine Zeit beim Militär, wo ich ihn, als junge militärische Führungskraft ins Regelbuch geschrieben bekam, bis zum heutigen Tag.

Unternehmerische Flexibilität und Reaktionsschnelle – Grundlagen wirtschaftlichen Erfolgs – setzt Mitarbeiter voraus, die in der Lage sind – bei Bedarf – Höchstleistungen, auch über dem Limit, zu erbringen. Doch dazu sind diese nur langfristig fähig, wenn sie durch Regenerationsphasen ihre Akkus immer wieder aufladen können. Diese Regenerationsphasen, zu denen im besonderen Maße die Freizeit gehört, sollten für den unternehmerischen Erfolg genauso priorisiert werden wie notwendige Höchstleistungen.

GESPÜR FÜR DEN RICHTIGEN AUGENBLICK

Führungskräfte müssen stets darauf bedacht sein, die Ressourcen ihrer Mitarbeiter zu schonen, um Reserven für Höchstleistungen zu haben. Sie müssen spüren, wenn die Leistung nachlässt und Schonung notwendig wird. Sie müssen in der Lage sein mit diesem Gespür ihre Mitarbeiter leistungsgerecht und motivierend im Sinne der Aufgaben einzusetzen. Dies erfordert wahrnehmende Führungskräfte mit empathischen Fähigkeiten und emotionaler Intelligenz. Fähigkeiten, die es zu entwickeln und zu trainieren gilt, um langfristig als Mensch und als Unternehmen erfolgreich zu sein.

Autor: Richard Vizethum
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